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Veranstaltungen 2011


Dienstag, 19. April 2011, 19.30 Uhr,
in St. Nikolai

Pilgerzeichen
Mittelalterliche Reiseandenken

Dr. Jörg Ansorge
Landesamt für Kultur und Denkmalpflege,
Dezernat Archäologie


Das Leben des mittelalterlichen Menschen war geprägt von tiefer Religiosität, verbunden mit dem Glauben an Heilige und Wunder. Pilgerfahrten führten ihn zu den entferntesten Heiligen Stätten der Christenheit.

Auch die Bewohner der Städte an der Ostseeküste zog es nach Rom, ins Heilige Land und nach Santiago de Compostela. Aber auch im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gab es Pilgerziele. Neben bedeutenden wie Aachen und Köln entstanden zahllose mehr oder weniger bekannte Wallfahrtsstätten, so auch in Pommern und Mecklenburg. Waren das mecklenburgische Güstrow und der Gollen bei Köslin in Hinterpommern bereits im 14. Jahrhundert beliebte Wallfahrtsziele, erlangten Kenz und Bodstedt in der Nähe Stralsunds sowie Sternberg und Schwerin erst im 15. Jahrhundert größere Anziehungskraft.

Von den Reisen zu diesen Wallfahrtstätten brachten die Pilger kleine Plaketten oder Gittergüsse aus Blei oder Zinn als Andenken an ihre oft gefahrvolle und beschwerliche Fahrt mit. Diese Zeichen, zu Lebzeiten als ganz private Heiligtümer gehütet und verehrt, wurden mitunter auch zur Anbringung auf Kirchenglocken und Taufbecken gestiftet, um damit den heiligen Wert dieser liturgischen Gegenstände zu steigern. Nach dem Tode des Besitzers erlosch die enge persönliche Verbundenheit zu den Pilgerzeichen, so dass sie oft ganz trivial den Weg ins Altmetall gingen oder aber, wie andere persönliche Gegenstände, in Latrinen versenkt wurden, aus denen sie nach Jahrhunderten wieder ausgegraben werden.

Dienstag, 24. Mai 2011, 19.30 Uhr,
in St. Nikolai

Auftakt zur Spendenaktion für die Wiederherstellung des Gethsemane-Reliefs am Schlüter-Altar in St. Nikolai

Das Gebet Jesu im Garten Gethsemane

Hanns-Peter Neumann, Stralsund

Der Weg zur Vervollständigung des Schlüter-Altars

Dorothea Böhme, Stralsund

Die Künstlerin Doris Waschk-Balz

Dr. Ursel Grohn, Hannover

Die Jury des Wettbewerbs um die Neugestaltung des im Krieg verloren gegangenen Reliefs "Gebet Jesu im Garten Gethsemane" entschied sich im letzten Jahr für den Entwurf der Hamburger Künstlerin Doris Waschk-Balz. Die erzählerische Kraft und spannungsreiche Vitalität ihrer plastischen Werke zeichnen sie als eine der bedeutendsten Bildhauerinnen Deutschlands aus. Ihre Arbeiten - darunter beeindruckende Synagogen-Denkmäler in Hamburg und Kiel - sind an zahlreichen öffentlichen Orten präsent. In ihrem Schaffen und ihrer Biografie kreuzen sich die Linien der deutsch-deutschen (Kunst-) Geschichte. Sie ist Schülerin des Hamburger Bildhauers Gustav Seitz, der bis zu seiner Übersiedlung nach Hamburg sowohl in West- als auch in Ost-Berlin wirkte und dort u.a. das berühmte Käthe-Kollwitz-Denkmal schuf.

Der Pastor an der Nikolaikirche, Hanns-Peter Neumann, wird in die dargestellte biblische Szene und deren theologische Deutung einführen.

Unser Vereinsmitglied Dorothea Böhme hat über Jahre unermüdlich für das Projekt geworben.

Der Hannoveraner Kunsthistorikerin Dr. Ursel Grohn ist das Werk und Atelier der Bildhauerin Doris Waschk-Balz in Hamburg seit langem vertraut. Die gebürtige Stralsunderin hat zudem 2011 die Ursel Grohn-Schönrock Stiftung gegründet, mit der sie beabsichtigt, Kunst und Kultur zu fördern und insbesondere die Pflege der Bau und Kulturdenkmale in Stralsund zu unterstützen.

Dienstag, 28. Juni 2011, 19.30 Uhr,
in St. Nikolai

Jesus, Maria, Johannes, Petrus, Paulus und Nikolaus gerettet!

Feierliche Einweihung des restaurierten mittelalterlichen Kreuzigungsretabels

Die Arbeit der Restauratoratorinnen

Dipl.Restauratorin Anna-Sara Buchheim, Mellensee

Dipl.Restauratorin Anika Basemann, Jüterbog

Dipl.Restauratorin Annekathrin Hippe, Stralsund

Sind Jesus, Maria, Johannes, Petrus und Nikolaus noch zu retten? So fragten wir vor zwei Jahren und stellen heute fest: Ja, mit Ihrer Hilfe (d.h. Ihren Spenden von 20.000 €) sind der gekreuzigte Jesus, dem seine Mutter Maria und der "Lieblingsjünger" zur Seite stehen, die Apostelfürsten Petrus und Paulus, die die Szene rahmen, und unser Kirchenpatron, der Heilige Nikolaus, gerettet worden.

Das mittelalterliche Fresko, entstanden um 1340, diente einst als Rückwand ("Retabel") eines Altars. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts umfangreich restauriert wurde es jetzt, nach schweren Schäden, gesichert und gereinigt. Wieder ins rechte Licht gerückt, wird es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erzählt seine Geschichte.

Mit einer kleinen Feier der Kirchengemeinde, einer Andacht und mit dem Vortrag der beiden Restauratorinnen über ihre aufwändige Arbeit wollen wir das Retabel unter der "Schwedenloge" einweihen und Spenderinnen und Spendern danken.

Dienstag, 26. Juli 2011,
17.00 Uhr und 19.30 Uhr,
Treppenaufgang Südturm von St. Nikolai

Über den Gewölben von St. Nikolai
Vortrag und Besichtigung

Prof. Dipl. Ing. Jasper Herrmann, Stralsund

Teilnahme nur mit Teilnehmerkarte!
Die Gewölbeführung des Architekten Prof. Dipl. Ing. Jasper Hermann ist alljährlich eine der wenigen Gelegenheiten, St. Nikolai von oben zu erleben! Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bietet Herr Prof. Herrmann zwei Führungen an.

Teilnehmerkarten können gegen eine Bearbeitungsgebühr von 2,- € im Empfangsbereich von St. Nikolai erworben oder in unserem Büro bestellt werden.

Dienstag, 23. August 2011, 19.30 Uhr,
in St. Nikolai

Das Wesentliche bleibt unsichtbar!
Die Romantik als Programm in Malerei und sakraler Musik.

Prof. Dr. Stefan Klöckner, Essen

"Die Welt muß romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung. Das niedre Selbst wird mit einem bessern Selbst in dieser Operation identifiziert. [...] Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es."

Novalis´ Programm der Romantik - als Reaktion auf die Aufklärung geboren - wirkt sich für uns bis heute in der Malerei (z. B. Caspar David Friedrich) und in der sakralen Musik aus. Wichtig ist dabei das Mittel der "Hinzudichtung". Auch unsere vermeintlich so unromantische Zeit ist empfänglich für ästhetische und religiöse Romantizismen. Welches Verhältnis haben für uns heute die "reale" Welt und "Kunstwelten"?

Prof. Klöckner ist Professor für Musikwissenschaft/Gregorianik und Geschichte der Kirchenmusik an der Folkwang Universität der Künste Essen.

Vorankündigung:

Samstag, 17. September 2011, 10 Uhr,
in St. Nikolai, Hoher Chor

Öffentliche Mitgliederversammlung
des Fördervereins St. Nikolai zu Stralsund e.V.


Alle Veranstaltungen des Fördervereins sind öffentlich und kostenlos.
(Ausnahme: Führungen siehe oben!).
Während der Veranstaltungen des Fördervereins in der St. Nikolaikirche erhebt die Kirchengemeinde keinen Erhaltungsbeitrag.

Am Ausgang wird um eine Spende für die Arbeit des Fördervereins gebeten.


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